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Leonce und Lena

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Ceremonienmeister: Ja,  Majestät.  Die  Aussicht  von  dießem  Saal  gestattet  uns  die  strengste Aufsicht. (Zu dem ersten Bedienten.) Was hast du gesehen? Erster Bedienter: Ein Hund, der seinen Herrn sucht, ist durch das Reich gelaufen. Ceremonienmeister: (zu einem andern) Und du? Zweiter Bedienter: Es geht jemand auf der Nordgrenze spazieren, aber es ist nicht der Prinz, ich könnte ihn erkennen. Ceremonienmeister: Und du? Dritter Bedienter: Sie verzeihen, Nichts. Ceremonienmeister: Das ist sehr wenig. Und du? Vierter Diener: Auch Nichts. Ceremonienmeister: Das ist noch weniger. Peter: Aber,   Staatsrath,   habe   ich   nicht   den   Beschluß   gefaßt,   daß   meine königliche  Majestät  sich  an  diesem  Tag  freuen  und  daß  an  ihm  die Hochzeit gefeiert werden sollte? War das nicht unser festester Entschluß? Präsident: Ja, Eure Majestät, so ist es protokollirt und aufgezeichnet. Peter: Und  würde  ich  mich  nicht  kompromittiren,  wenn  ich  meinen  Beschluß nicht ausführte? Präsident: Wenn es anders für Eure Majestät möglich wäre sich zu kompromittiren, so wäre dieß ein Fall, worin sie sich kompromittiren könnte. Peter: Habe  ich  nicht  mein  königliches  Wort  gegeben?  Ja,  ich  werde  meinen Beschluß sogleich ins Werk setzen, ich werde mich freuen. (Er reibt sich die Hände.) O ich bin außerordentlich froh! Präsident: Wir   theilen   sämmtlich   die   Gefühle   Eurer   Majestät,   so   weit   es   für Unterthanen möglich und schicklich ist. Peter: O   ich   weiß   mir   vor   Freude   nicht   zu   helfen.   Ich   werde   meinen Kammerherrn rothe Röcke machen lassen, ich werde einige Cadetten zu Lieutenants machen, ich werde meinen Unterthanen erlauben - aber, aber die  Hochzeit?  Lautet  die  andere  Hälfte  des  Beschlusses  nicht,  daß  die Hochzeit gefeiert werden sollte? Präsident: Ja, Eure Majestät. Peter: Ja, wenn aber der Prinz nicht kommt und die Prinzessin auch nicht? Präsident: Ja, wenn der Prinz nicht kommt und die Prinzessin auch nicht, - dann - dann Peter: Dann, dann? Präsident: Dann können sie sich allerdings nicht heirathen. Peter: Halt, ist der Schluß logisch? Wenn - dann. - Richtig! Aber mein Wort, mein königliches Wort! Präsident: Tröste Eure Majestät sich mit andern Majestäten. Ein königliches Wort ist ein Ding, - ein Ding, - ein Ding, das nichts ist. Peter: (zu den Dienern) Seht ihr noch nichts? Die Diener: Eure Majestät, nichts, gar nichts. Peter: Und   ich   hatte   beschlossen   mich   so   zu   freuen,   grade   mit   dem Glockenschlag zwölf wollte ich anfangen und wollte mich freuen volle zwölf Stunden - ich werde ganz melancholisch. Präsident: Alle  Unterthanen  werden  aufgefordert  die  Gefühle  Ihrer  Majestät  zu theilen. Ceremonienmeister: Denjenigen,  welche  kein  Schnupftuch  bei  sich  haben,  ist  das  Weinen jedoch Anstands halber untersagt. Erster Bedienter: Halt! Ich sehe was! Es ist etwas wie ein Vorsprung, wie eine Nase, das Uebrige  ist  noch  nicht  über  der  Grenze;  und  dann  seh’  ich  noch  einen Mann und dann noch zwei Personen entgegengesetzten Geschlechts. Ceremonienmeister: In welcher Richtung? 20
  
Bürgerliches Gesetzbuch BGB
von Helmut Köhler
Siehe auch:
Handelsgesetzbuch HGB: ohne Seehandelsrech...
Arbeitsgesetze
Grundgesetz GG: Menschenrechtskonvention, Europäischer Gerichtsh...
Strafgesetzbuch StGB
Aktiengesetz · GmbH-Gesetz: mit Umwandlungsgesetz, Wertpapiererw...
Zivilprozeßordnung. ZPO
 
   
 
     
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