Title:

Leonce und Lena

Home
deutsch
  
ISBN: 3423050012   ISBN: 3423050012   ISBN: 3423050012   ISBN: 3423050012 
 
|<< First     < Previous     Index     Next >     Last >>|
  Wir empfehlen:       
 

nützlich und sehr moralisch würde? - Der Mann, der eben von mir ging, ich beneidete ihn, ich hätte ihn aus Neid prügeln mögen. O wer einmal jemand Anders sein könnte! Nur ‘ne Minute lang. - (Valerio halb trunken, kommt gelaufen.) Leonce: Wie der Mensch läuft! Wenn ich nur etwas unter der Sonne wüßte, was mich noch könnte laufen machen. Valerio: (stellt ich dicht vor den Prinzen, legt den Finger an die Nase und sieht ihn starr an) Ja! Leonce: (eben so) Richtig! Valerio: Haben Sie mich begriffen? Leonce: Vollkommen. Valerio: Nun, so wollen wir von etwas Anderm reden. (Er legt sich ins Gras.) Ich werde mich indessen in das Gras legen und meine Nase oben zwischen den   Halmen   herausblühen   lassen   und   romantische   Empfindungen beziehen, wenn die Bienen und Schmetterlinge sich darauf wiegen, wie auf einer Rose. Leonce: Aber   Bester,   schnaufen   Sie   nicht   so   stark,   oder   die   Bienen   und Schmetterlinge müssen verhungern über den ungeheuren Prisen, die Sie aus den Blumen ziehen. Valerio: Ach  Herr,  was  ich  ein  Gefühl  für  die  Natur  habe!  Das  Gras  steht  so schön,  daß  man  ein  Ochs  sein  möchte,  um  es  fressen  zu  können,  und dann  wieder  ein  Mensch,  um  den  Ochsen  zu  fressen,  der  solches  Gras gefressen. Leonce: Unglücklicher, Sie scheinen auch an Idealen zu laboriren. Valerio: Es ist ein Jammer. Man kann keinen Kirchthurm herunterspringen, ohne den  Hals  zu  brechen.  Man  kann  keine  vier  Pfund  Kirschen  mit  den Steinen essen, ohne Leibweh zu kriegen. Seht, Herr, ich könnte mich in eine Ecke setzen und singen vom Abend bis zum Morgen: »Hei, da sitzt e Fleig an der Wand! Fleig an der Wand! Fleig an der Wand!« und so fort bis zum Ende meines Lebens. Leonce: Halt’s Maul mit deinem Lied, man könnte darüber ein Narr werden. Valerio: So  wäre  man  doch  etwas.  Ein  Narr!  Ein  Narr!  Wer  will  mir  seine Narrheit  gegen  meine  Vernunft  verhandeln?  Ha,  ich  bin  Alexander  der Große! Wie mir die Sonne eine goldne Krone in die Haare scheint, wie meine  Uniform  blitzt!  Herr  Generalissimus  Heupferd,  lassen  Sie  die Truppen anrücken! Herr Finanzminister Kreuzspinne, ich brauche Geld! Liebe     Hofdame     Libelle,     was     macht     meine     theure     Gemahlin Bohnenstange?  Ach  bester  Herr  Leibmedicus  Cantharide,  ich  bin  um einen   Erbprinzen   verlegen.   Und   zu   diesen   köstlichen   Phantasieen bekommt man gute Suppe, gutes Fleisch, gutes Brod, ein gutes Bett und das Haar umsonst geschoren - im Narrenhaus nämlich -, während ich mit meiner  gesunden  Vernunft  mich  höchstens  noch  zur  Beförderung  der Reife auf einen Kirschbaum verdingen könnte, um - nun? - um? Leonce: Um  die  Kirschen  durch  die  Löcher  in  deinen  Hosen  schamroth  zu machen! Aber Edelster, dein Handwerk, deine Profession, dein Gewerbe, dein Stand, deine Kunst? Valerio: (mit  Würde)  Herr,  ich  habe  die  große  Beschäftigung,  müßig  zu  gehen, ich  habe  eine  ungemeine  Fertigkeit  im  Nichtsthun,  ich  besitze  eine ungeheure  Ausdauer  in  der  Faulheit.  Keine  Schwiele  schändet  meine Hände, der Boden hat noch keinen Tropfen von meiner Stirne getrunken, 3
  
Bürgerliches Gesetzbuch BGB
von Helmut Köhler
Siehe auch:
Handelsgesetzbuch HGB: ohne Seehandelsrech...
Arbeitsgesetze
Grundgesetz GG: Menschenrechtskonvention, Europäischer Gerichtsh...
Strafgesetzbuch StGB
Aktiengesetz · GmbH-Gesetz: mit Umwandlungsgesetz, Wertpapiererw...
Zivilprozeßordnung. ZPO
 
   
 
     
|<< First     < Previous     Index     Next >     Last >>| 

Back to the topic sites:
CopyrightedBy.com/Startseite/Genres/Geschichten/Erzaehlungen
CopyrightedBy.com/Startseite/Autoren/B/sonstige

External Links to this site are permitted without prior consent.
   
  Home  |  deutsch  |  Set bookmark  |  Send a friend a link  |  Impressum